Lernzettel: Gentechnisch veränderte Lebensmittel

Kursübersicht

  1. Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen
  2. Grundlagen und Verfahren der Gentechnik
  3. Ziele grüner Gentechnik
  4. Kennzeichnung und Gentechnikfreiheit
  5. Bedenken gegenüber Gentechnik

1. Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen

★ Unbedingt können

  • Die weltweite Anbaufläche gentechnisch veränderter Pflanzen betrug 2014 181,5 Mio. Hektar.

Ergänzungen

  • In Mexiko wurden Papaya, Sojabohne und Baumwolle angebaut; in den USA Baumwolle, Sojabohne, Mais, Zuckerrübe, Raps und Kartoffel; in Brasilien und Argentinien Sojabohne, Mais und Baumwolle; in Kanada Raps, Sojabohne, Mais und Zuckerrübe; in Indien und Pakistan Baumwolle; in Paraguay Sojabohne und Mais; in China Baumwolle; in Südafrika Mais und Sojabohne; in Bolivien Sojabohne.

2. Grundlagen und Verfahren der Gentechnik

Schlüsselkonzepte & Definitionen

  • Gentechnik: Beschäftigt sich mit der gezielten Veränderung des Erbguts von Lebewesen, indem bestimmte Genabschnitte übertragen werden, um gewünschte Eigenschaften zu erzielen.
  • CRISPR: Steht für Clustered Regularly Interspaced Short Palindromic Repeats und bezeichnet eine bestimmte Abschnittsstruktur der DNA.
  • Cas9: Cas9 ist ein Enzym, das als „molekulare Schere“ im Bakterienraum gewonnen wird und mithilfe von Bakterien bestimmte DNA-Abschnitte erkennt; CRISPR und Cas9 schneiden dort die DNA.
  • DNA: Steht für Desoxyribonukleinsäure und ist der Träger der Erbinformation in allen Lebewesen.

Wesentliche Punkte

  • Bei der Gentechnik wird ein Gen aus der DNA eines Spenders entnommen und mithilfe eines „Taxi“, meist eines Virus oder Bakteriums, in die DNA eines Empfängers eingeschleust, wodurch ein gentechnisch verändertes Lebewesen entstehen kann.

📌 Gentechnik kann anders als klassische Züchtung gezielt auf ein bestimmtes Ziel ausgerichtet werden und ist über Artgrenzen hinweg möglich.

Eselsbrücke

Das Gen fährt als „Taxi“ aus Virus oder Bakterium in die DNA des Empfängers.

3. Ziele grüner Gentechnik

Wesentliche Punkte

  • Zu den Zielen grüner Gentechnik gehören Resistenz gegen (Pilz-)Krankheiten, etwa bei Apfelbäumen gegen Feuerbrand und bei Schweinen gegen Viren, sowie Resistenz gegen Insektenschädlinge, etwa bei Mais gegen den Maiswurzelbohrer.

  • Grüne Gentechnik kann Pflanzen tolerant gegenüber Unkrautvernichtungsmitteln wie Glyphosat machen und ihre Anpassung an den Klimawandel fördern, etwa durch dürre-resistenten Mais.

  • Zu den Zielen grüner Gentechnik gehören die Verbesserung der Nahrungsqualität, etwa durch Goldenen Reis, der Carotinoide bilden kann, und eine frühere Erntereife, etwa durch Gene für Wachstumshormone.

4. Kennzeichnung und Gentechnikfreiheit

★ Unbedingt können

  • Lebensmittel mit einem GVO-Anteil über 0,9 % müssen in der EU gekennzeichnet werden, zum Beispiel mit einem Hinweis auf Stärke aus gentechnisch verändertem Mais in der Zutatenliste.

  • Lebensmittel mit einem GVO-Anteil unter 0,9 % müssen nicht gekennzeichnet werden, wenn Verunreinigungen zufällig oder technisch unvermeidbar sind.

  • Gentechnisch veränderte Futtermittel müssen gekennzeichnet werden, tierische Produkte von Tieren, die damit gefüttert wurden, jedoch nicht.

Ergänzungen

📌 Seit Mai 2008 können Produzierende Lebensmittel kostenpflichtig mit dem „Ohne Gentechnik“-Siegel kennzeichnen, wenn sie nachweislich vollständig frei von GVO sind und ohne GVO hergestellt wurden; der Einsatz gentechnisch veränderter Futtermittel ist dabei nicht generell verboten, sondern hängt von Tierart und Zeitraum vor der Verarbeitung ab.

  • Das EU-Bio-Siegel und die Siegel der Anbauverbände Demeter, Bioland und Naturland garantieren Gentechnikfreiheit.

Eselsbrücke

Die Kennzeichnungspflicht betrifft GVO im Lebensmittel; tierische Produkte von Tieren mit gv-Futter sind davon ausgenommen.

5. Bedenken gegenüber Gentechnik

★ Unbedingt können

  • Wegen fehlender Langzeitforschung gelten gesundheitliche Risiken gentechnisch veränderter Lebensmittel als nicht einschätzbar; 75 % der Verbrauchenden lehnen ihren Verzehr ab.

Ergänzungen

  • Zu den Bedenken gegenüber Gentechnik gehören die unbeabsichtigte Ausbreitung von Saatgut und unbeabsichtigte Kreuzungen.

  • Ethisch-moralische Gründe zählen ebenfalls zu den Bedenken gegenüber gentechnisch veränderten Lebensmitteln.

Eselsbrücke

Fehlende Langzeitforschung → gesundheitliche Risiken bleiben schwer einschätzbar.

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1. Zur weltweiten Anbaufläche gentechnisch veränderter Pflanzen im Jahr 2014:

2. Welche Zuordnung von Anbauländern und gentechnisch veränderten Kulturpflanzen ist zutreffend?

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Mit Karteikarten lernen

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Wie groß war die weltweite Anbaufläche gentechnisch veränderter Pflanzen 2014?

181,5 Millionen Hektar.

Was verändert die Gentechnik gezielt, um gewünschte Eigenschaften zu erzielen?

Das Erbgut von Lebewesen.

Wie gelangt ein Spendergen bei der Gentechnik in die DNA eines Empfängers?

Mithilfe eines „Taxis“, meist eines Virus oder Bakteriums.

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