Lernzettel: Lymphsystem und Immunabwehr

Kursübersicht

  1. Unspezifische und spezifische Immunabwehr
  2. T- und B-Lymphozyten
  3. Lymphe und Lymphgefäße
  4. Primäre und sekundäre Organe
  5. Aufbau und Funktion der Lymphknoten
  6. Milz und Blutabwehr
  7. MALT und Mandeln
  8. GALT und Darmlymphgewebe

1. Unspezifische und spezifische Immunabwehr

★ Unbedingt können

  • Das Immunsystem schützt den Körper vor Krankheitserregern und körperfremden Stoffen und verhindert Schädigungen der Körperzellen.

📌 Die unspezifische Immunabwehr ist angeboren und wirkt allgemein gegen verschiedene Krankheitserreger, während die spezifische Immunabwehr erworben ist und gezielt bestimmte Krankheitserreger erkennt.

  • Die spezifische Immunabwehr erkennt Antigene auf Krankheitserregern, bildet Gedächtniszellen und reagiert bei erneutem Kontakt schneller und stärker.

Ergänzungen

  • Zur zellulären unspezifischen Abwehr gehören Makrophagen als Fresszellen im Gewebe und neutrophile Granulozyten als Fresszellen im Blut.

  • Zur humoralen unspezifischen Abwehr gehören das Komplementsystem, dessen Enzyme Krankheitserreger schädigen, und Lysozym, das die Zerstörung von Erregern unterstützt.

Eselsbrücke

Unspezifisch wirkt allgemein, spezifisch zielt auf bestimmte Antigene.

2. T- und B-Lymphozyten

Wesentliche Punkte

  • T-Lymphozyten machen etwa 70–80 % der Lymphozyten im Blut aus, unterscheiden körpereigene von körperfremden Strukturen und reifen im Thymus.

  • Zu den T-Zellformen und ihren Aufgaben gehören:

    • T-Helferzellen aktivieren unter anderem B-Lymphozyten
    • T-Killerzellen zerstören infizierte Körperzellen
    • T-Suppressorzellen regulieren und bremsen Immunreaktionen
    • T-Gedächtniszellen ermöglichen eine schnellere Abwehr bei erneutem Kontakt mit demselben Erreger
  • B-Lymphozyten machen etwa 15 % der Lymphozyten im Blut aus, reifen im Knochenmark und gehören zur spezifischen Immunabwehr.

📌 Plasmazellen bilden spezifische Antikörper gegen Antigene, während B-Gedächtniszellen lange erhalten bleiben und bei erneutem Erregerkontakt eine schnelle Immunreaktion ermöglichen.

  • Antikörper binden an bestimmte Antigene und markieren Krankheitserreger für die Zerstörung; beim ersten Antigenkontakt entstehen vor allem IgM-Antikörper, bei erneutem Kontakt schneller und verstärkt IgG-Antikörper.

3. Lymphe und Lymphgefäße

Schlüsselkonzepte & Definitionen

  • Lymphe: Flüssigkeit innerhalb der Lymphgefäße, die aus überschüssiger Gewebsflüssigkeit entsteht, die nicht direkt über die Venen abtransportiert wird, und Gewebsflüssigkeit und Blutkreislauf verbindet

★ Unbedingt können

  • Die Lymphe transportiert überschüssige Gewebsflüssigkeit zurück ins Blut, transportiert Lymphozyten und Nahrungsfette aus dem Dünndarm in den Blutkreislauf und unterstützt die Versorgung von Zellen und Gewebe.

  • 🔄 Der Lymphtransport verläuft: Blind endende Lymphkapillaren nehmen überschüssige Gewebsflüssigkeit auf, Die Lymphkapillaren vereinigen sich zu größeren Lymphgefäßen, Klappen verhindern den Rückfluss der Lymphe

  • Die Lymphe der unteren Körperhälfte und des Darms sammelt sich in der Cisterna chyli und fließt über den Ductus thoracicus zum linken Venenwinkel; die Lymphe der rechten Kopf- und Halshälfte sowie des rechten Arms fließt zum rechten Venenwinkel, wo die Lymphe in den Blutkreislauf gelangt.

Ergänzungen

📌 Die Lymphe ist überwiegend klar und eiweißreich, während die durch aufgenommene Fette milchige Darmlymphe Chylus heißt.

Eselsbrücke

Gewebe → Lymphkapillaren → größere Gefäße → Venenwinkel.

4. Primäre und sekundäre Organe

★ Unbedingt können

📌 Zu den primären lymphatischen Organen gehören Knochenmark und Thymus, in denen Immunzellen gebildet, entwickelt und gereift werden; zu den sekundären Organen gehören Lymphknoten, Milz, Mandeln, Peyer-Plaques und Wurmfortsatz, wo Immunzellen auf Antigene treffen und Immunreaktionen auslösen können.

  • Das Lymphsystem transportiert Lymphozyten, führt überschüssige Gewebsflüssigkeit ins Blut zurück, wehrt Krankheitserreger ab und filtert Lymphe und Blut.

  • Im Thymus reifen T-Lymphozyten, die spezifische zelluläre Immunabwehr wird ausgebildet und T-Zellen, die körpereigene Strukturen angreifen würden, werden aussortiert.

  • Das Knochenmark ist Bildungsort aller Immunzellen und Reifungsort der B-Lymphozyten, die über das Blut zu sekundären lymphatischen Organen gelangen.

Ergänzungen

  • Der Thymus liegt hinter dem Brustbein im oberen Brustraum, besteht aus einem rechten und einem linken Lappen und ist besonders im Kindesalter stark entwickelt.

  • Nach der Pubertät bildet sich der Thymus zurück, sein lymphatisches Gewebe wird zunehmend durch Fettgewebe ersetzt, und einige Bereiche bleiben funktionsfähig.

Eselsbrücke

Primäre Organe lassen Immunzellen reifen, sekundäre bringen sie mit Antigenen zusammen.

5. Aufbau und Funktion der Lymphknoten

Schlüsselkonzepte & Definitionen

  • Lymphknoten: Kleine, bohnenförmige Organe entlang der Lymphgefäße, die von einer Bindegewebskapsel umgeben sind, viele Lymphozyten enthalten und aus Kortex, Parakortex und Marksträngen bestehen

★ Unbedingt können

  • Lymphknoten filtern die Lymphe, entfernen Krankheitserreger, Fremdkörper und Zelltrümmer und unterstützen die Aktivierung und Vermehrung von Lymphozyten sowie die Antikörperbildung durch Plasmazellen.

📌 Der Kortex enthält Lymphfollikel mit B-Lymphozyten und bildet die B-Zone, der Parakortex enthält vor allem T-Lymphozyten und bildet die T-Zone, und die Markstränge enthalten unter anderem antikörperproduzierende Plasmazellen.

Ergänzungen

  • Der Hilus ist die Einbuchtung des Lymphknotens, an der Blutgefäße und abführende Lymphgefäße verlaufen.

📌 Mehrere zuführende Lymphgefäße bringen Lymphe in den Lymphknoten, während meist nur ein oder zwei abführende Gefäße ihn verlassen.

  • Bei Entzündungen können Lymphknoten anschwellen, schmerzen und tastbar werden; Krebszellen können über die Lymphe in Lymphknoten gelangen und dort Lymphknotenmetastasen bilden.

Eselsbrücke

Ein Filter mit B-Zone außen, T-Zone dazwischen und abführendem Hilus.

6. Milz und Blutabwehr

★ Unbedingt können

  • Die Milz liegt im linken Oberbauch unterhalb des Zwerchfells, gehört zu den sekundären lymphatischen Organen, filtert und kontrolliert das Blut und unterstützt die Immunabwehr.

📌 Die rote Pulpa macht etwa 80 % der Milz aus, filtert das Blut und hält alte, unflexible Erythrozyten zurück, die anschließend abgebaut werden.

📌 Die weiße Pulpa besteht aus lymphatischem Gewebe und Lymphfollikeln, enthält B- und T-Lymphozyten und ermöglicht Immunabwehr gegen Antigene im Blut sowie die Bildung von Antikörpern.

Ergänzungen

  • Die Milz baut alte und unflexible rote Blutkörperchen ab und ist nicht unbedingt lebensnotwendig.

Eselsbrücke

Rote Pulpa filtert Blut, weiße Pulpa wehrt Antigene ab.

7. MALT und Mandeln

Schlüsselkonzepte & Definitionen

  • MALT: Lymphatisches Gewebe in den Schleimhäuten, das den Körper vor Krankheitserregern schützt, die über Schleimhäute eindringen

★ Unbedingt können

  • MALT kommt in Mandeln, Verdauungstrakt, Atemwegen und Bronchien sowie im Urogenitaltrakt vor und überwacht Schleimhäute, erkennt Krankheitserreger und schützt vor dem Eindringen von Mikroorganismen.

  • Die Mandeln gehören zum MALT, wehren Krankheitserreger aus Nahrung und Atemluft ab und bilden den lymphatischen Rachenring nach Waldeyer; dazu zählen Rachenmandel, Gaumenmandeln, Zungenmandel und Tubenmandeln.

Ergänzungen

📌 B-Lymphozyten befinden sich im MALT vor allem in Lymphfollikeln, während T-Lymphozyten vor allem zwischen den Follikeln liegen.

📌 Primärfollikel enthalten überwiegend ruhende, kleine Lymphozyten, während Sekundärfollikel nach Antigenkontakt vergrößert sind, ein helleres Keimzentrum besitzen und dort eine aktive Zellvermehrung ermöglichen.

  • Eine Tonsillitis ist eine Entzündung der Gaumenmandeln, meist durch Bakterien und seltener durch Viren; mögliche Symptome sind Schluckbeschwerden, geschwollene Lymphknoten, Fieber, Abgeschlagenheit und allgemeines Krankheitsgefühl.

8. GALT und Darmlymphgewebe

Schlüsselkonzepte & Definitionen

  • GALT: Teil des MALT im Verdauungstrakt, der der Immunabwehr gegen Krankheitserreger dient, die mit der Nahrung aufgenommen werden

★ Unbedingt können

  • Peyer-Plaques sind Ansammlungen von Lymphfollikeln in der Wand des Ileums, dem letzten Abschnitt des Dünndarms, und dienen der Erkennung und Abwehr von Krankheitserregern im Darm.

  • Der Wurmfortsatz ist ein etwa 10 cm langer, wurmförmiger Anhang des Blinddarms, enthält besonders viele Lymphfollikel in der Schleimhaut und unterstützt die Immunabwehr am Übergang vom Dünndarm zum Dickdarm.

Ergänzungen

📌 In Peyer-Plaques befinden sich viele B-Lymphozyten in den Follikeln, während T-Lymphozyten vor allem zwischen den Follikeln liegen.

  • Der Wurmfortsatz wird wegen seiner immunologischen Funktion auch als Darmtonsille bezeichnet.

📌 Eine Appendizitis ist eine Entzündung des Wurmfortsatzes; laut Lernmaterial sind nach einer notwendigen Appendektomie keine nachteiligen Folgen zu erwarten.

Teste dein Wissen

Teste dein Wissen zu Lymphsystem und Immunabwehr mit 27 Multiple-Choice-Fragen mit detaillierten Korrekturen.

1. Welche Aussage unterscheidet die unspezifische von der spezifischen Immunabwehr?

2. Was geschieht bei erneutem Kontakt mit einem Krankheitserreger, den die spezifische Immunabwehr bereits erkannt hat?

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Mit Karteikarten lernen

Merke dir die Schlüsselkonzepte von Lymphsystem und Immunabwehr mit 64 interaktiven Karteikarten.

Wovor schützt das Immunsystem den Körper?

Vor Krankheitserregern, körperfremden Stoffen und Schädigungen der Körperzellen.

Wie wirkt die angeborene unspezifische Immunabwehr?

Sie wirkt allgemein gegen verschiedene Krankheitserreger.

Wie erkennt die erworbene spezifische Immunabwehr Krankheitserreger?

Sie erkennt gezielt bestimmte Krankheitserreger.

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