Quiz: Grundlagen der Gewebelehre (11 Fragen)

Detaillierte Fragen und Antworten

1. Welche grundlegende räumliche Funktion erfüllt Epithelgewebe im Körper?

Es umgibt Muskelfasern und leitet deren Bewegungsimpulse an andere Gewebe weiter.
Es bildet Grenzen zwischen Geweben, bedeckt Organoberflächen und kleidet innere Hohlräume aus.
Es verbindet vor allem Knochen und Knorpel und stabilisiert dadurch das Skelett.
Es bedeckt Organoberflächen, bildet aber keine Grenzen zwischen benachbarten Geweben.

Es bildet Grenzen zwischen Geweben, bedeckt Organoberflächen und kleidet innere Hohlräume aus.

Erklärung

Epithelgewebe grenzt benachbarte Gewebe voneinander ab, bedeckt Organoberflächen und kleidet innere Hohlräume aus. Die Stabilisierung des Skeletts gehört zum Stützgewebe; die übrigen Antworten lassen wesentliche räumliche Funktionen des Epithels weg oder schreiben ihm eine andere Aufgabe zu.

2. Bei einer Gewebeprobe aus der Speiseröhre liegen unverhorntes Plattenepithel und verhorntes Plattenepithel als mögliche Befunde vor. Welches Merkmal spricht für das unverhornte Plattenepithel?

Seine obere Schicht besteht aus toten, kernlosen Zellen.
Es besteht aus einer einzelnen Lage flacher Zellen.
Es kommt unter anderem auf der Schleimhaut der Speiseröhre vor.
Es bildet die verhornte Oberflächenschicht der Epidermis.

Es kommt unter anderem auf der Schleimhaut der Speiseröhre vor.

Erklärung

Unverhorntes Plattenepithel kommt unter anderem auf den Schleimhäuten von Mundhöhle und Speiseröhre vor. Tote, kernlose Zellen kennzeichnen die obere Schicht des verhornten Plattenepithels; die Epidermis ist ein Beispiel dafür, und die Zahl der Zelllagen bestimmt nicht den Verhornungszustand.

3. Bei einer Drüse wird das Sekret über einen Ausführungsgang an die Körperoberfläche abgegeben. Welcher Drüsentyp liegt vor?

Eine hormonbildende Drüse
Eine tubulöse Drüse
Eine endokrine Drüse
Eine exokrine Drüse

Eine exokrine Drüse

Erklärung

Exokrine Drüsen geben ihr Sekret über eine Verbindung zur Organ- oder Körperoberfläche nach außen ab. Endokrine Drüsen geben Sekrete in die Blutbahn ab; tubulös bezeichnet dagegen die Form eines Drüsenendstücks.

4. Bei der Untersuchung einer Drüse zeigt sich ein schlauchförmiges Endstück. Wie wird sie nach der Form ihres Endstücks eingeteilt?

Als tubulöse Drüse
Als endokrine Drüse
Als alveoläre Drüse
Als azinöse Drüse

Als tubulöse Drüse

Erklärung

Tubulöse Drüsen besitzen ein schlauchförmiges Endstück. Ein bläschenförmiges Endstück mit größerem Hohlraum ist alveolär, ein beeren- oder kugelförmiges mit kleinem Hohlraum azinös; endokrin beschreibt die Sekretabgabe in die Blutbahn.

5. Wodurch unterscheiden sich weißes und braunes Fettgewebe hinsichtlich Fettspeicherung und Wärmebildung?

Weißes Fettgewebe erzeugt mit vielen Mitochondrien Wärme, braunes speichert Fett in einem großen Tropfen.
Weißes Fettgewebe hält Organe in Position, braunes dient vor allem der Speicherung eines einzelnen Fetttropfens.
Weißes Fettgewebe enthält mehrere kleine Fetttropfen, braunes bildet einen großen Fetttropfen als Speicher.
Weißes Fettgewebe speichert Fett in einem großen Tropfen, braunes erzeugt mit zahlreichen Mitochondrien Wärme.

Weißes Fettgewebe speichert Fett in einem großen Tropfen, braunes erzeugt mit zahlreichen Mitochondrien Wärme.

Erklärung

Weißes Fettgewebe besitzt einen großen Fetttropfen und dient als Speicherfett; braunes Fettgewebe enthält mehrere kleine Fetttropfen und zahlreiche Mitochondrien, die bei der Fettsäureverbrennung Wärme erzeugen. Ein großer Fetttropfen kennzeichnet daher das weiße und nicht das braune Fettgewebe.

6. Wie wird Knorpelgewebe ernährt, obwohl es keine Blutgefäße enthält?

Durch regelmäßigen Umbau wie im Knochengewebe
Durch Nervenfasern, die Nährstoffe weiterleiten
Durch eigene Blutgefäße zwischen den Knorpelzellen
Durch Diffusion aus dem umgebenden Gewebe

Durch Diffusion aus dem umgebenden Gewebe

Erklärung

Da Knorpel keine Blutgefäße besitzt, gelangen Nährstoffe durch Diffusion zu seinen Zellen. Knochengewebe wird dagegen ständig umgebaut; dieser Umbau ist nicht der Ernährungsweg des Knorpels.

7. Welche Funktion ermöglicht die besondere Bauweise der Herzmuskulatur?

Sie ermöglicht eine geringe Kraftentwicklung bei besonders niedrigem Energieverbrauch.
Sie ermöglicht schnelle Kontraktionen mit hoher Kraft und hohem Energieverbrauch.
Sie ermöglicht eine kontinuierliche Leistung bei geringem Energieverbrauch.
Sie ermöglicht eine hohe Zugfestigkeit durch zahlreiche kollagene Fasern.

Sie ermöglicht eine kontinuierliche Leistung bei geringem Energieverbrauch.

Erklärung

Balkenförmige Herzmuskelzellen mit Glanzstreifen unterstützen eine kontinuierliche Leistung, die wenig Energie verbraucht. Quergestreifte Muskulatur kontrahiert zwar schnell und kraftvoll, benötigt dafür aber viel Energie.

8. Welche Richtung beschreibt die Informationsleitung entlang eines Dendriten im Verhältnis zum Zellkörper?

Vom Zellkörper zurück zum Zellkörper
Zum Zellkörper hin
Vom Axon zu den Blutgefäßen
Vom Zellkörper zu anderen Zellen

Zum Zellkörper hin

Erklärung

Dendriten leiten Informationen zum Zellkörper und nehmen damit Signale in Richtung des Neurons auf. Das Axon leitet Informationen dagegen vom Zellkörper zu anderen Zellen oder zurück zum Zellkörper.

9. Worin unterscheiden sich markhaltige und marklose beziehungsweise markarme Nervenfasern hinsichtlich der Erregungsleitung?

Markhaltige Fasern leiten saltatorisch und schnell, marklose oder markarme Fasern kontinuierlich und langsam.
Markhaltige Fasern leiten kontinuierlich und langsam, marklose oder markarme Fasern saltatorisch und schnell.
Markhaltige Fasern steuern Organfunktionen, marklose oder markarme Fasern übermitteln sensible Informationen zum ZNS.
Markhaltige Fasern leiten Erregungen vom ZNS in die Peripherie, marklose oder markarme Fasern zur Peripherie.

Markhaltige Fasern leiten saltatorisch und schnell, marklose oder markarme Fasern kontinuierlich und langsam.

Erklärung

Bei markhaltigen Nervenfasern springt die Erregung saltatorisch weiter und wird dadurch schnell geleitet; bei marklosen oder markarmen Fasern erfolgt die Leitung kontinuierlich und langsamer. Die Richtung vom oder zum ZNS unterscheidet sensible und motorische Fasern, nicht markhaltige und marklose Fasern.

10. Welche Folge hat es, dass Epithelzellen dicht beieinanderliegen und nur wenig Zwischenzellsubstanz besitzen?

Sie bilden eine geschlossene Zellschicht, die als Schutz- und Austauschfläche dienen kann.
Sie ermöglichen eine direkte Versorgung des Gewebes durch ein dichtes Netz eigener Blutgefäße.
Sie speichern große Mengen Fett und geben die gespeicherte Energie bei Bedarf ab.
Sie erzeugen durch elastische Fasern eine hohe Zugfestigkeit und federn Druckbelastungen ab.

Sie bilden eine geschlossene Zellschicht, die als Schutz- und Austauschfläche dienen kann.

Erklärung

Der enge Zellverband mit wenig Zwischenzellsubstanz ermöglicht eine zusammenhängende Oberfläche, die unter anderem Schutz und Stoffaustausch leisten kann. Eine hohe Zugfestigkeit durch elastische Fasern ist dagegen ein Merkmal bestimmter Bindegewebe.

11. Bei der histologischen Untersuchung einer Drüse soll die Form ihres Endstücks bestimmt werden. Welche Beobachtung weist auf eine alveoläre Drüse hin?

Ein verzweigtes Endstück mit mehreren schmalen Hohlräumen
Ein bläschenförmiges Endstück mit größerem Hohlraum
Ein kugelförmiges Endstück mit kleinem Hohlraum
Ein schlauchförmiges Endstück ohne bläschenartige Erweiterung

Ein bläschenförmiges Endstück mit größerem Hohlraum

Erklärung

Alveoläre Drüsen besitzen ein bläschenförmiges Endstück mit einem größeren Hohlraum. Ein kugeliges Endstück mit kleinem Hohlraum kennzeichnet dagegen eine azinöse Drüse.

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Welche drei Aufgaben erfüllt Epithelgewebe an Gewebegrenzen und Organen?

Es trennt benachbarte Gewebe, bedeckt Organoberflächen und kleidet innere Hohlräume aus.

Wohin geben exokrine und endokrine Drüsen ihr Sekret jeweils ab?

Exokrine Drüsen geben es über eine Verbindung nach außen, endokrine Drüsen in die Blutbahn ab.

Wie sind Epithelzellen angeordnet und wie viel Interzellularsubstanz besitzen sie?

Sie liegen dicht beieinander und besitzen nur wenig Interzellularsubstanz.

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